Nachdem
die Norwegische Waldkatze über lange Jahre hinweg
in
Norwegen ein gern gesehenes und viel gehaltenes Haustier
war,
hat sich doch erst in den 70er Jahren dieses Jahr-
hunderts
eine Gruppe von Liebhabern darum bemüht, daß die
Norwegische
Waldkatze als selbständige Rasse durch die FIFe
anerkannt
wurde und daß sie auf Ausstellungen in Norwegen
und
im Ausland zu einer bekannten Erscheinung geworden ist.
Der
ausschlaggebende Gedanke war, diese Rasse zu erhalten,
da
die Waldkatze immer seltener zu sehen war. Die Ursache
dafür
war hauptsächlich die Vermischung mit kurzhaarigen
Hauskatzen,
wobei das Kurzhaar-Gen dominant ist und die
langhaarige,
groß und kräftig gebaute Waldkatze langsam,
aber
sicher vom Aussterben bedroht war.
Eine
Gruppe von Liebhabern begann aus diesem Grund mit
der
Zucht von Norwegischen Waldkatzen, um die Rasse mit
all
ihren spezifischen Eigenschaften für die Zukunft zu
erhalten.
Geschichtliche
Hinweise über derartige Katzen können
wir
weit zurückverfolgen:
1220
Snorre Sturlason berichtet in der von ihm ge-
schriebenen
"jüngeren Edda" (Erzählung der nordischen
Mythologie
und Sagen), daß der Wagen der Göttin Freya
von
zwei Katzen gezogen wird und es dem Gott Thor in
Utgard
bei einem Wettkampf nicht möglich war, eine
graue
Katze hochzuheben, da sie zu groß und kräftig war.
1835
Der Volkskundler P.Ch. Asbjornsen und der Dichter
J.
Moe sammeln alte Volkserzählungen und Märchen und
veröffentlichen
diese. In einigen davon wird die
Waldkatze
mit langem, buschigem Schwanz erwähnt, als
"Zauberkatze
oder Trollkatze", die vom Volk verehrt wurde.
1883
In einer Zeitung, der "Aftenposten", ist eine Anzeige
veröffentlicht
mit dem Inhalt: "Eine blau-graue Waldkatze
ist
entlaufen".
1912
Gabriel Scott, ein norwegischer Schriftsteller, ver-
öffentlicht
ein Kinderbuch mit Erzählungen über "Solvfaks",
einen
Norwegischen Waldkater.
Dieses
Buch wird dann 1952 auch in Deutschland unter dem
Titel
"Silberpelz" herausgegeben.
1931
Haldis Rohlff wird bekannt in Norwegen mit einer
Waldkatze,
die den Namen "Fetten" hat und in einer Tages-
zeitung
abgebildet ist.
1943
In einem norwegischen Buch "Die Katze - wildes Tier
und
Hausfreund", geschrieben von Reidar Alving und Kalle
Lund,
ist zu lesen: "Wir haben nun eine ausgezeichnete
Basis
für die planmäßige Zucht einer norwegischen Rasse
-
die Norwegische Waldkatze".
1950
Konrad Hirschmann, Gründer des 1. Deutschen
Angorakatzen
Schutzund Zuchtvereins besucht Norwegen,
sieht
die Norwegische Waldkatze und bemerkt: "Dies ist
eine
besondere Katzenrasse, die unbedingt gezüchtet und
anerkannt
werden sollte".
1973
Vor 1973 kannten demnach doch relativ viele
Menschen
die Norwegische Waldkatze. Else und Egil
Nylund
war die Rasse jedoch damals unbekannt. Sie fanden
allerdings,
daß sie sehr schöne Katzen in ihrem Haus
hielten
und machten auch einige Fotos von Ihnen. Eines
Tages
zeigten sie ein Bild Sonja Borgel, einer Perser-
züchterin,
die auch sofort erkannte, daß es sich um
Norwegische
Waldkatzen handelte.
Ungefähr
um die gleiche Zeit hatten Carl F. Nordane
und
Helen Nordane (vom Vorstand des Vereins NORAK
und
des norweg. Dachverbandes NRR), sowie Edel Runas
(vom
NRR Zuchtausschuß) einen Aufruf veröffentlicht,
um
Halter von Norwegischen Waldkatzen zu finden,
damit
die Rasse gerettet werden konnte.
Als
Sonja Borgel Kenntnis hiervon bekam, wurde die
Initiative
Carl Frederik Nordanes bald belohnt, denn
am
9. Oktober 1973 konnte Edel Runas die Neuigkeit
melden,
daß sie bei Familie Nylund gewesen sei und
die
Waldkatzen gesehen hätte. Endlich konnte mit der
geplanten
Zucht dieser Rasse begonnen werden!
1974
Es begann folgendermaßen: Pippa, die Katze von
Edel
Runas wurde mit Truls, dem Kater von Nylunds
gepaart.
Am 17. April 1974 wurden Pjewiks Troll und
Pjewiks
Nisse geboren - der Anfang war somit gemacht.
1975
Von diesem Moment an wurde konzentriert weiter
"gearbeitet".
Es folgte eine Reihe von Paarungen ver-
schiedener
Linien und viele Ausstellungen wurden mit
Waldkatzen
besucht. Auf den Ausstellungen wurden die
Katzen
von einem Zuchtausschuß geprüft, aber nur wenige
wurden
anerkannt als Norwegische Waldkatze.
Die
Idee, einen eigenen Waldkatzenring zu gründen,
wurde
im Jahre 1975 geboren – von Edel Runas, Familie
Nylund
und Egil Borchgreving. Carl Frederik Nordane
gab
seine bereitwillige Zustimmung zur Gründung dieser
Interessengemeinschaft
unter dem Patronat des Norske
Rase-
kattklubbers Riksforbund. Und so trafen sich
Edel
Runas, Familie Nylund, Kari Hoybakk, Kari Eggun
und
Sonja Borgel im Haus von Liv Loose und hielten die
erste
Versammlung des "Norsk Skogkattring" 1975 ab.
1977
Die "Pioniere" züchteten planmäßig weiter. Dies
war
nicht immer einfach, da nur wenig anerkannte Tiere
vorhanden
waren, aber das Ziel stand Ihnen immer vor
Augen:
damit die Anerkennung der Rasse bei der FIFe
beantragt
werden konnte, mußten drei vollständige
Generationen
nachweisbar sein.
Das
Ziel wurde erreicht! Im November 1977 fuhren
Carl
Frederik Nordane, Helen Nordane und Arvid Engh
zur
Generalversammlung der FIFe nach Paris.
Bei
der Heimkehr wurden sie am Flughafen in Oslo
begeistert
empfangen und kurz darauf war in sämtlichen
norwegischen
Haushalten im Fernsehen ein Bild von
"Pans
Truls" zu sehen, mit der Bemerkung: Die FIFe
hat
beschlossen, die Norwegische Waldkatze als
eigenständige
Rasse anzuerkennen!
Ein Artikel von: M. Leleithner
mit freundlicher Genehmigung der IG Norwegische
Waldkatze
im 1. DEKZV
Das Copyright für Text und Bild
liegt bei der
IG Norwegische Waldkatze